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Laienausbildung Teil 2

 

1986: Das Ende der Ignoranz

In Deutschland wurde die Laienausbildung im Jahr 1986 abgeschafft – und zwar aus einem verdammt guten Grund! Man erkannte damals, dass die Verkehrssicherheit bei stetig steigendem Verkehrsaufkommen durch Amateure am Beifahrersitz nicht mehr gewährleistet werden konnte.

Gleichzeitig wurden zum 1. Januar 1986 die Sonderfahrten eingeführt. Das Ziel war klar: Mehr Sicherheit durch Profi-Training in Extremsituationen. Seitdem sind für jeden Fahrschüler Pflicht:

5 x 45 Minuten Überland (Bundes- und Landstraßen)

4 x 45 Minuten Autobahn

3 x 45 Minuten bei Dämmerung und Dunkelheit


Der Rückfall in die Steinzeit der Verkehrssicherheit


Um zu verstehen, was hier gerade hinter verschlossenen Türen geplant wird – nämlich die Ausbildung von Fahrschülern wieder in die Hände von Laien zu legen –, müssen wir über Hintergründe sprechen, die weder Eltern noch Fahrschüler kennen.

Noch erschreckender ist jedoch: Weder Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder noch die Teilnehmer der „geheimnisvollen“ Ad-hoc-Arbeitsgruppe scheinen die eigene Geschichte auf dem Schirm zu haben.

Ein Auslaufmodell wird reanimiert

Seit 1986 gab es nie wieder eine ernsthafte Diskussion über die Laienausbildung in Deutschland. Warum auch? Es war ein Auslaufmodell aus einer Zeit, in der noch Handkarren auf den Straßen unterwegs waren.

Niemand wäre in den letzten Jahrzehnten so leichtsinnig gewesen, diese Sicherheit für ein paar Euro Ersparnis zu opfern. Dass man heute, im Jahr 2026, plötzlich wieder auf diese absurde Idee kommt, zeigt nur, wie weit sich die Planer von der Realität auf unseren Straßen entfernt haben.


Man muss sich die Frage stellen: Haben wir es hier mit unabhängigen Experten zu tun, oder sitzen dort Leute am Tisch, deren wirtschaftliche Verflechtungen mit gewissen digitalen „Playern“ der Branche bei Tageslicht für einen handfesten Skandal sorgen würden?

Bei genauerer Betrachtung der Akteure hinter den Kulissen müffelt es extrem stark...

Ich stehe bereits im Austausch mit der Bundesverbraucherzentrale sowie verkehrspolitischen Sprechern und der Presse. Die Mauer des Schweigens bekommt Risse.

Doch dazu in einem anderen Beitrag ausführlicher.




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