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Die BMV-Akte: Was Minister Schnieder Ihnen über das „Vorbild Österreich“ verschweigt (oder nicht weiß)

 


Minister Schnieder preist das österreichische Modell als Heilsbringer für günstigere Führerscheine an. Doch während er in Deutschland die Axt an die pädagogische Ausbildung legt, verschweigt er die Realität der aktuellen EU-Führerscheinreform, die in Österreich bereits mit voller Härte umgesetzt wird.Die „Billig“durch veraltete Technik vs. EU-Hochtechnologie

Der Plan der Ad-hoc-Arbeitsgruppe: Fahrstunden beim Profi auf 6 Stunden kürzen und den Rest den Eltern überlassen. Doch die EU-Richtlinie 2006/126/EG (und die kommende 4. Führerscheinrichtlinie) fordert genau das Gegenteil von „einfach und billig“.

Der Fakten-Check, den das Ministerium ignoriert:

FAS-Pflicht: Nach der österreichischen Führerscheingesetz-Prüfungsverordnung (FSG-PV) (§ 9) müssen Prüfungsfahrzeuge dem „Stand der Technik“ entsprechen. Das bedeutet: Notbremsassistent, Spurhalte-Assistent und intelligente Geschwindigkeitsplaner sind Pflicht.


Erklärungsnot: Der Bewerber muss in der Prüfung nicht nur fahren, sondern die Funktionsweise und die Grenzen dieser Systeme fachgerecht erklären können.


Kosten-Explosion: Für Fahrschulen bedeutet das: Die Anschaffungskosten für Fahrzeuge steigen massiv, da einfache Basismodelle nicht mehr prüfungstauglich sind. Diese Kosten landen am Ende beim Fahrschüler.

Das Paradoxon: Mehr Technik, weniger Training?


Die folgende Übersicht zeigt deutlich, wie sich die Schere zwischen Schnieders „Sinnfrei-Kosmetik“ und den tatsächlichen gesetzlichen Anforderungen in Österreich immer weiter öffnet:








Was man im BMV nicht weiß (oder wissen will):

In Österreich führt die Digitalisierung und die Verlagerung auf Laien eben nicht zu günstigeren Preisen. Die Intransparenz ist Programm: Nur etwa ein Drittel der Fahrschulen traut sich überhaupt, Preise online zu nennen. Der Rest versteckt sich hinter einem Dickicht aus Modulgebühren und Zusatzkosten für die notwendigen Überprüfungsfahrten nach den 1.000-km-Etappen. 

Das Fazit für Deutschland: Schnieder verkauft uns ein Auslaufmodell als Innovation. Er reduziert die Zeit mit dem Profi genau in dem Moment, in dem die Anforderungen an die Technik-Kompetenz so hoch sind wie nie zuvor.

Die Österreicher holen jetzt also erst das Niveau Deutschlands auf, wo diese technische Ausstattung schon seit vielen Jahren völlig normal ist. Wer mit veralteter Technik ausbildet, kann seine Leistungen natürlich (mutmaßlich) billiger anbieten.



Das Märchen vom „Billig-Modell“: Warum die Österreich-Kopie ein gefährlicher Blindflug ist

Minister Patrick Schnieder lobt das österreichische Modell als Heilsbringer für günstigere Führerscheine. Wer jedoch hinter die Kulissen blickt, erkennt: Hier wird nicht gespart, sondern mit der Sicherheit gewürfelt.

1. Das Durchfall-Dilemma: Kein „deutsches Problem“

Es wird gerne behauptet, in Österreich sei alles entspannter. Die Realität? In Bundesländern wie Vorarlberg erreichen die Durchfallquoten mühelos die 50 %-Marke. Wer glaubt, dass die Laienausbildung die Erfolgschancen erhöht, irrt gewaltig. Fakt ist: Die Zahlen in der Praxisprüfung sind im Vergleich zu Deutschland keineswegs besser.

2. Die Unfall-Statistik: Ein Spiel mit der Dunkelziffer

Oft geistern „nur“ 41 gemeldete Unfälle von L17-Schülern durch das Netz. Doch Vorsicht: Das sind nur die gemeldeten Vorfälle bei Privatfahrten. Die tatsächliche Dunkelziffer dürfte ein Vielfaches betragen. Zudem verschleiert die Statistik das Risiko, da L17-Fahrer nicht separat, sondern in der Gruppe der 17- bis 24-Jährigen gelistet werden.

Die Realität der Ausbildung: Natalia und Lena berichten

Dass das Modell oft zu einer suboptimalen Ausbildung führt, zeigen die Berichte von Betroffenen. Natalia schreibt:

„Ich hab meinen Führerschein in der Fahrschule gemacht, also ohne L-Taferl. Vor meiner ersten Fahrprüfung hatte ich meine letzte Fahrstunde, da war grad ne Autobahnfahrt und da ist meiner Fahrlehrerin aufgefallen, dass ich ja Prüfung hab am Montag. Es war der Freitag davor. Ihr ist dann aufgefallen, dass das ja eigentlich unsere letzte Fahrstunde vor der Prüfung ist und sie mir noch nicht alles gezeigt hat, was ich für die Prüfung können muss. Es war aber schon Abend und die Fahrschule hatte nicht mehr offen. Jetzt konnte ich meine Prüfung nicht mehr absagen. Also musst ich am Montag auf gut Glück antreten, mit dem Wissen, dass ichs zu 90% nicht schaffen werde – habs natürlich auch nicht geschafft. Die Moral aus der Geschichte: Man sollte seinen Fahrlehrer immer daran erinnern, dass man bald Prüfung hat.“

 

Dies ist ein Beleg dafür, dass man in Österreich offenbar kein Ausbildungskonzept hat. Bei uns ist es völlig undenkbar, dass ein Fahrschüler Autobahnfahrten macht, aber die Grundlagen nicht beherrscht! Dass die Prüfung nicht abgesagt werden konnte, ist kaum zu glauben – hier hat die Fahrlehrerin ihre Verantwortung schlichtweg versagt.

Noch deutlicher wird das Problem bei Lena:

„Ich habe die praktische Führerschein-Prüfung damals viermal machen dürfen. Das war eine schreckliche Zeit. Ich war immer so nervös und konnte mich nicht gescheit aufs Fahren konzentrieren. Außerdem war das Auto, mit dem ich Fahren geübt habe, um einiges kleiner als das, mit dem ich die Prüfungen gefahren bin. Jetzt bin ich bei meinem ersten Antritt etwas zu weit nach rechts gefahren, sodass ich fast in die parkenden Autos gefahren wäre und meine Fahrlehrerin eingreifen musste. Beim zweiten Mal bin ich dann zu weit nach vorne gefahren und die Front des Autos ragte schon über die Straßenbahngleise. Natürlich kam eine Straßenbahn und meine Fahrlehrerin musste wieder eingreifen. Das dritte Mal war nicht viel anders. Ich bin zu weit nach links gefahren und meine Lehrerin musste schon wieder eingreifen. Danach haben wir dann auf einem Parkplatz Übungen gemacht, damit ich die Maße des Autos besser einschätzen konnte. Dabei musste ich durch enge Tore fahren und knapp vor bestimmten Gegenständen stehenbleiben. Das war oft erschreckend, hat mir aber wahnsinnig geholfen! Beim vierten Antritt habe ich dann endlich bestanden und war einfach nur überglücklich!“

Drei Durchfälle, bevor man endlich auf die Idee kommt, die Maße des Autos zu schulen? Wenn ein Schüler nicht einmal die Spur halten kann, hat man ihm nicht beigebracht, die Außenspiegel zur Kontrolle zu nutzen. Ein grober, eingeschliffener Fehler wurde hier erst nach massivem Zeit- und Geldverlust korrigiert.

Die Kostenfalle: Von wegen „billiger“

Lena hat für dieses Ausbildungsversagen teuer bezahlt. Grob geschätzt (basierend auf Wiener Preisen, z.B. Fahrschule Campus):

  • 6 Übungsstunden à 70 €: 420 €

  • 4 Fahrprüfungen (Fahrzeuggebühr): 320 €

  • Prüfergebühren (4 x 60 €): 240 €

Lena hat allein 764 € zusätzlich bezahlt, weil sie schlecht ausgebildet wurde. Rechnet man das Grundpaket (ca. 2.019 €), Überprüfungsfahrten alle 1.000 km, Fahrsicherheitstraining, Arzt und Behörden zusammen, landet sie am Ende bei über 4.000 €. Dazu kommen Sprit und Verschleiß am Privatwagen.

EU-Reform 2025: Der nächste Preisschub

Österreich hat die EU-Richtlinie von 2025 noch nicht vollständig umgesetzt. Ab 2024 sind Systeme wie Notbremsassistent, Spurhaltehilfe und Geschwindigkeitsassistent (FAS) Pflicht für Neuwagen. Bisher wurde die Ausbildung daran nicht angepasst – das steht den Österreichern noch bevor. Die Anzahl der Fahrstunden und damit die Kosten werden massiv steigen müssen.

Fazit: Mehr Bürokratie, weniger Sicherheit

Wer sich beide Systeme anschaut, stellt fest: Das österreichische Modell glänzt vor allem durch erheblich mehr Bürokratie (Anträge, Protokolle, Überprüfungsfahrten). 

Wollte Patrick Schnieder nicht eigentlich Bürokratie reduzieren?

Hier wird ein System kopiert, das teuer, bürokratisch und – wie Natalia und Lena zeigen – pädagogisch oft mangelhaft ist. Wer diesen Weg geht, unterschreibt den Blindflug.


Schützenkönig vs. Scharfschütze: Die gefährliche Kompetenz-Illusion

Ich habe eine Frage an alle zukünftigen Fahrschüler, an die Eltern und jeden, der in der Familie den „Laienausbilder“ geben möchte:

Würde irgendjemand auf die Idee kommen, einen Scharfschützen des Militärs oder der Polizei von dem Schützenkönig des ortsansässigen Schützenvereins ausbilden zu lassen?

Ich hoffe nicht. Denn jeder weiß, dass zwischen „ein Ziel treffen“ und der hochkomplexen, taktischen Ausbildung unter Stress Welten liegen. Doch genau diesen Wahnsinn plant Patrick Schnieder für unsere Straßen.


Die 17-Stunden-Rechnung: Das „Sparmodell“, das keines ist

Minister Schnieder verkauft dem Bürger eine Entlastung. Rechnen wir aber nach seinem eigenen Entwurf nach, entlarvt sich das Modell als teurer Behörden-Wahnsinn.

Die Pflicht-Stunden-Liste nach dem Entwurf:

  1. 6 Übungsstunden (Grundausbildung vor dem Start).

  2. 1 Beobachtungsfahrt (Nach den 1.000 km, Fahrlehrer + Begleitperson).

  3. 6 Übungsstunden (Nach der Laienphase zur Fehlerkorrektur).

  4. 3 Sonderfahrten (Überland, Autobahn, Nacht – jeweils eine Stunde).

  5. 1 Prüfungsvorbereitungsfahrt (Zur Feststellung der Reife).

Das macht zusammen: 17 Pflichtstunden beim Profi.

  • Normaler Weg heute: Viele Schüler brauchen im Schnitt 25–30 Stunden (inkl. Sonderfahrten), um sicher durch die Prüfung zu kommen.

  • Der Kosten-Vergleich (ohne Gebühren & Sprit)

  • Schnieder-Weg: Man startet fix mit 17 Stunden. Da aber jeder Profi weiß, dass man die 1.000 km "eingeschliffenen Murks" der Laienausbildung nicht in nur 6 Stunden korrigieren kann, werden hier faktisch viel mehr Stunden anfallen.

Das Ergebnis: Am Ende zahlt der Fahrschüler für mindestens 17 Profi-Stunden PLUS die enormen Kosten der Laienausbildung (Sprit für 1.000 km, Verschleiß, Versicherung, Einweisungsseminar für die Eltern).

 

Merken Sie was? Minister Schnieder rechnet sich die Welt schön. Er streicht die Ausbildung zusammen, baut aber ein System, das 17 Pflichtstunden vorschreibt, bevor man überhaupt an die Prüfung denken darf.

Das ist kein Sparen – das ist eine Mogelpackung!

Man nimmt den Eltern das Geld aus der Tasche (Sprit & Verschleiß für 1.000 km) und zwingt sie gleichzeitig in einen bürokratischen Ablauf, der am Ende genauso viele oder sogar mehr Fahrlehrer-Stunden schluckt als heute. Warum? Weil kein verantwortungsvoller Fahrlehrer ein Kind nach 1.000 km 'Wildwest-Fahren' ohne intensive Nachschulung zur Prüfung anmeldet.

Die Krönung des Ganzen: Die Sonderfahrten – also Autobahn und Nacht – kommen erst ganz am Ende. Ihr Kind soll also 1.000 km lang 'üben', ohne jemals offiziell gelernt zu haben, wie man sich auf einer Autobahn verhält. Das ist so, als würde man erst den Marathon laufen und danach lernen, wie man die Schuhe bindet.“

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